Nach der Revitalisierung der Scheune war die zweite Etappe der Umbau des Wohnhauses am Nordhang.
Der Ursprung des Bauernhofes liegt im 13. Jahrhundert, wurde oft erweitert und umgebaut. Die bestehenden sichtbaren Zubauten stammen aus den 80er und 90er.

Die Grundgedanken des Entwurfs war die Inszenierung des Bauernhauses als Zentrum des neuen Ensembles und die Öffnung der Räume zur Sonne.

Der Neubau aus Massivholz baut sich größtenteils auf der Fläche des bestehenden Kellers auf und wird an den Enden verlängert. Die Verbindung der zwei Elemente ist ein Kubus an der südlichen Giebelwand des Bauernhauses.
Der Platzbedarf der großen Familie über mehrere Generationen war bei weitem höher als die vorhandene Fläche des Bestands. Der Neubau wurde so platziert und positioniert, dass er dem Bauernhaus noch immer genügend Platz lässt. Dementsprechend ist der Giebel des Bauernhauses der Höhere.
Die sensationelle Lage und Ausblick am Berg hatte allerdings zur Folge, dass das Hinkommen manchmal ein Abenteuer war.

Das Bauernhaus wurde komplett renoviert und thermisch saniert mit Hinblick auf die Erhaltung und Wiederherstellung des originalen Zustands. Dazu gehören die neuen Kastenfenster, die Dachdeckung mit der Anlehnung an Schiefer und die Renovierung der alten Fassade.
Leider war im Inneren ausser einer Holzdecke keine erhaltenswerte Elementen mehr vorhanden und so bilden sich wie im Neubau die konstruktivem Materialien der Wand und der Decke an der Innenseite ab, dass wiederum am ehesten den originalen Materialien entspricht.
Die offene Stiege mit den durchgehendem Geländer öffnet den Blick auf die kommende Wiese durch eine Glastür, welche gestalterisch eindeutig im Jetzt zu verorten ist und die Fenster des Neubaus aufnimmt.
Abgesehen von Holz wurde Travertin im römischen Verband als Boden verlegt.
Beim Übergang vom Bauernhaus zum neuen Gebäude öffnet sich der Giebel mit einer rahmenlosen Fixverglasung zur Südseite und zum Wald. Die ums Eck geführten Fenster ermöglichen den Blick auf die Aussenseite des beiden Häuser mit zukünftig begrünten Bereichen.
Der Neubau stellt sich hierarchisch hinter das Bauernhaus und ergibt sich einerseits durch die räumlichen Anforderungen aber auch durch die Topografie des dahinter liegenden Hanges und der Bruchsteinmauer.

Die Verlängerung nach Osten öffnet sich zum zentralen Bereich im Außenraum, wo im Laufe der Zeit die Stützmauer hinter der Begrünung verschwinden wird.
Der großzügige Wohn-, Koch- und Essbereich mit seiner archaischen Form und den Zugeisen schlägt die Brücke zu den gegenüberliegenden Wirtschaftsgebäuden.
Im Gegensatz zu den Holzkastenfenster des Bauernhauses sind die Verglasungen im Holzbau mit zarten Rahmen und großen Fensterflächen und bieten immer wieder die Möglichkeit den Bauernhof im Blick zu haben.
Auf der Westseite kragt der Schlafbereich, mit dem Blick in die Weite, über den darunter liegenden Wellnessbereich aus.

Auch hier wurde der Raum bis zum Giebel geöffnet und ist das kleine Gegenstück zur Halle des Wohnbereichs mit dem Fokus auf Ruhe und dem Blick in die Ferne.

Im unteren Bereich schließt die rahmenlose Verglasung an das Bestandsgebäude an und lässt vergessen das man in einem Innenraum ist.
Entlang der Hangseite definieren sich die Öffnungen nach den Anforderungen der Räume und es entsteht eine klassische Lochfassade, wo durch die überdurchschnittliche Größe der Fenster eine Irritation in der Wahrnehmung des Massstabes entsteht. Im Zwickel der zwei Häuser ist der zweite Eingang, wo auch die Dusche für die Hunde untergebracht ist.
Trotz der kIaren Trennung von Neu- und Altbau ist es im Inneren ein Ganzes und die Gegensätze sollen sich nicht im Weg stehen. Hier sind die verbindenden Elemente Materialien und Beleuchtung.
Das Holz für die Innenseite der Aussenwände und Dächer, wird mit einem dunklen Holz ergänzt, das in der Küche und anderen Möbeln, wie zum Beispiel beim Wäscheschacht, verwendet wird.

Auch das Holz der Wände findet sich in manchen Möbeln wieder. Die durchgehende Beleuchtung im gesamten Haus besteht aus einer Leuchtenfamilie, welche sowohl als Decken- und Wandleuchte verwendet werden kann und durch verschiedene Figurationen auf die Höhen und Ausformung der Räume eingehen kann.
Das notwendig Heizhaus wurde in den Hang gebaut mit einem Dach das in die Wiese übergeht. Es verschwindet nicht nur bei Nebel fast zur Gänze, was von den Rauchfängen nicht behauptete werden kann.











